Mastektomie

Was ist eine Mastektomie?

Mittwoch, April 12, 2017




Mastektomie
 
Um meine Geschichte zu verstehen und nachvollziehen zu können, möchte ich euch zuerst einmal erklären was eine Mastektomie ist:
 
Der Begriff Mastektomie
 
Das Wort Mastektomie kommt aus dem griechischen und setzt sich aus den Worten „μαστός“ (Brust), έκ (heraus) und τομή (schneiden) zusammen.
 
Umgangssprachlich sagen wir auch Brustabnahme dazu, was aber nicht ganz richtig ist.
 
Ich konnte mir anfangs auch gar nichts darunter vorstellen. Naiv unwissend habe ich geglaubt, dass da die Brust einfach abgeschnitten wird. Richtig ist aber, dass es mehre Arten einer Mastektomie gibt. Dabei geht es bei jeder Form darum, Brustdrüsengewebe zu entfernen.
 
Die verschiedenen Formen einer Mastektomie:

  • (Subkutante) Mastektomie: Entfernung des Brustdrüsenkörpers. Brustwarze bleibt.
  • Einfache Mastektomie: Entfernung des Brustdrüsenkörper einschließlich der Brustwarze (Nippel und Warzenvorhof), sowie des Fettgewebes und der Faszie der Brustmuskeln
  • Modifizierte radikale Mastekomie: Zusätzlich zur einfachen Mastektomie werden hier noch die Lymphknoten entfernt (bei Brustkrebserkrankungen am gängigsten)
  • Radikale Mastektomie: Hier wird zusätzlich auch noch der Brustmuskel entfernt (wird heute fast gar nicht mehr gemacht)
  • Reduktionsmastektomie: Ein kosmetischer Eingriff zur Brustverkleinerung
  • Nach einer Mastektomie hat man die Wahl, ob man die Brust rekonstruieren möchte, oder es dabei belässt. Belässt man es, hat man nach einer subkutanen Mastektomie – brutal gesagt - eine Männerbrust bzw. fehlt bei den anderen Arten auch noch die Brustwarze. Man sieht hier die Narben der Operation statt der Brustwarze
Welche Arten der Rekonstruktion gibt es?
 
Brustimplantate:
Wie auch bei Brustvergrößerungen werden hier Formkissen aus Silikongel/Kochsalz eingesetzt, die entweder vor oder hinter den Brustmuskel gesetzt werden. Der Schnitt verläuft hier in der Brustfalte oder bei der Brustwarze, was uns auch an eine Brustvergrößerung erinnert.
In manchen Fällen ist es notwendig einen Expander einzusetzen, um die Haut zu dehnen. Dieser Expander wird nach und nach mit Kochsalzlösung gefüllt. Hier wird die Brustrekonstruktion (sofern es keine Komplikation gibt) in derselben Operation wie die Mastektomie durchgeführt. Die Operation dauert durchschnittlich 3 Stunden.

 
Eigengewebe (Lappenplastik):
Hier wird Eigengewerbe entnommen und daraus eine neue Brust geformt. Die häufigste Variante ist hier das Fettgewebe aus dem Bauch. Dabei wird auch die Bauchwand gestrafft. Bei den anderen Varianten, zB mit Gewebe aus dem Rücken, wird Muskelgewebe entnommen. Diese Operation ist die aufwendigste Rekonstruktion und kann schon mal 10 Stunden dauern. Zu beachten ist hier, dass es neben der Narbe bei der Brust auch noch eine größere Narbe im Schambereich oder am Rücken geben wird.

 
Brustepithesen:
Brustepithesen bzw. Brustprothesen sind Formkissen aus Silikon, die nicht implantiert, sondern auf der Körperoberfläche getragen werden. Sie ahmen in Form und Gewicht die normale Brust nach und werden entweder in den BH eingelegt oder mit Hife eines Haftmittels auf die Brustwand geklebt.

 
Hier muss man bedenken, dass nicht jede Art der Brustrekonstruktion auch bei jeder Frau funktioniert. Außerdem ist bei jeder Frau das Ergebnis anders. Hier muss man wirklich dem Operateur vertrauen, denn der weiß am besten, was für eine Variante am geeignetsten ist.

Die Brustwarze kann durch eine Tätowierung oder Transplantation (zB aus dem Intimbereich) rekonstruiert werden.

 
Wann oder warum wird eine Mastektomie durchgeführt?

 
Dies kann medizinische aber auch persönliche Gründe haben:


  • Brustkrebs bei Frauen oder Männern (ja auch Männer können Brustkrebs bekommen)
  • Sehr großen Brüste (Hypermastie/Gynäkomastie)
  • Gutartige Tumore der Brust bei Frauen oder Männern
  • Prophylaktische Mastektomie bei Frauen mit einem hohen familiärem Brustkrebsrisiko (Beispielsweise bei Vorliegen einer BRCA1- oder BRCA2-Mutation)
  • als geschlechtsangleichende Operation bei Transmännern
 Welche Komplikationen können auftreten?

  • Wundheilungsstörungen
  • Schmerzen
  • Infektionen
  • Hämatome
  • Parästhesie im Wundbereich
  • Verwachsungen
  • Ansammlung von Wundflüssigkeit

Eine Mastektomie stellt einen schweren Einschnitt in das Leben und das Selbstbild einer Frau dar. Die Brust verkörpert nun mal das weibliche Körperbild unserer Gesellschaft. Deswegen ist der Schritt zur Brustabnehme kein leichter, jedoch in den meisten Fällen lebensrettend.

 
Ich selbst habe mich im November 2016 einer prophylaktischen, subkutenen Matektomie mit sofortigem Wiederaufbau (Silikon) entschieden, weil ich positiv auf das Brustkrebsgen BRCA1 getestet worden bin.

 
Meine Beweggründe findet ihr hier.

Passend zum Thema finde ich übrigens dieses T-Shirt von Pansy Path Design:

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Küsschen

eure Patricia

 
Habt ihr noch Fragen zum Thema Matektomie? Kennt ihr jemanden, der auch eine Mastektomie hatte? Seid ihr vielleicht selbst betroffen?


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