Mastektomie

Warum ich mich für eine Mastektomie entschieden habe

Freitag, April 07, 2017

Ich gebe dem Brustkrebs kein Zuhause - Patsulis


Meine Entscheidung für eine Mastektomie

Nach der Brustkrebsdiagnose meiner Mama 2014, stellte sich heraus, dass sie an erblichen Brustkrebs leide. Das heißt, dass sie Trägerin einer Mutation im Brustkrebsgen ist. Diese Mutation des Reparaturgens BRCA1 (BReast CAncer Gen 1, es gibt auch 2) wird vererbt und löst Brustkrebs, aber auch Eierstockkrebs, aus.

Genau diesees Testergebnis, veränderte auch mein Leben -  denn meine Schwester und ich ließen uns auch auf das Gen testen. Meine kleine Schwester ist zum Glück keine Genträgerin, aber ich Hier-Schreierin habe die Genmutation ebenfalls geerbt.

Was heißt das für mich?

Als Genträgerin liegt mein Risiko vor 50 an Brustkrebs zu erkranken bei 85 % und an Eierstockkrebs bei 60 %. Es ist also eine tickende Zeitbombe.

Für mich hat es damals 2 Möglichkeiten geben:
1. Die  engmaschige Kontrolle zur Vorsorge im Früherkennungsprogramm
2. Die prophylaktische Mastektomie (Brustambutation)

Meine Schwester und ich haben schon bevor wir unser Ergebnis der Untersuchung erhielten, den Pakt geschlossen, dass wir uns für die Mastektomie entscheiden, wenn das Ergebnis positiv ist. Wir wollten die Pflege so einer Krebserkrankung niemanden mehr aus unserer Familie zumuten, wenn wir was dagegen tun könnten. Und diesen Pakt habe ich eingehalten und mich im November 2016 einer Mastektomie mit sofortigem Wiederaufbau unterzogen.

Warum habe ich mich für eine Mastektomie entschieden?

Mein Papa ist bereits 2013 an einem Glioblastom (Hirntumor) gestorben und meine Mama 2014 an Brustkrebs erkrankt. Auch meine  Uroma und Großtante sind an Brustkrebs gestorben und Mamas Cousine in Griechenland litt zur selben Zeit wie meine Mama an Brustkrebs.

Aber auch für mich war die Entscheidung persönlich sehr wichtig. Ich habe mir vorgenommen, dass ich mich bis 30 dieser Mastektomie unterziehe und sehr schnell dann entschieden, dass ich es doch schon früher machen möchte. Denn jedes Mal, wenn mir meine Brust weh getan hat, hatte ich im Hinterkopf "hoffentlich ist da noch nicht`s". Außerdem nahm ich an einer BRCA1/2 Selbsthilfegruppe teil, bei der eine 27 jährige Mutter saß, die beim Stillen den Knoten in der Brust gespürt hat.

Viele konnten diese Entscheidung nicht verstehen und haben gemeint, dass ich es mir doch noch überlegen und nur die engmaschige Kontrolle machen soll. Was sich ja ganz vernünftig anhört, wenn man bedenkt, was für einen massiven Einschnitt in das Leben einer Frau so ein Eingriff bedeutet. Das große Aber ist allerdings, dass man da erst etwas erkennt, wenn schon etwas da ist.

Für mich persönlich war allerdings klar, dass ich mit der Situation selbstbestimmt umgehen möchte und nicht ein Leben lang darauf warten möchte, dass man etwas findet. Diese Angst vor jeder Befundbesprechung hätte mich aufgefressen.

Deswegen war für mich klar "Ich gebe dem Krebs kein Zuhaus" und habe mich schon mit 26 für die prophylaktische Mastektomie entschieden, um den Krebs einfach zuvorzukommen.

Am 21. November 2016 wurde mir die Brust abgenommen, Sprich das komplette Brustdrüsengewebe entfernt und die Brust wurde mit Silikon wieder aufgebaut.
Wie sich herausstellte, war das die beste Entscheidung meines Lebens, denn die Pathologie entdeckte bereits - zum Glück noch gutartige - Veränderungen der Milchgänge, die typisch für diese Mutation sind.

Positiv auf das Brustkrebsgen getestet worden zu sein, war natürlich ein großer Schock. Aber ich sehe es auch als Geschenk an. Dadurch bin ich dem Krebs nämlich zuvor gekommen und habe bereits gewonnen, bevor er ausgebrochen ist. Nicht so wie bei meinen Eltern, die mit knapp 50 der Krebsdiagnose ausgesetzt waren.

#brca1dubekommstmichnicht



Küsschen
eure Patricia <3 



Hättet ihr euch auch so entschieden? Kennt ihr betroffene? Habt ihr noch Fragen?


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